Leserunden – Autoren

Leserunden … worum genau geht es bei diesen Aktionen überhaupt?
In einer solchen Runde treffen sich meist zehn oder mehr Leser, die gemeinschaftlich eine Lektüre beginnen und Abschnitt für Abschnitt darüber diskutieren, was der Inhalt hergibt, die Form und Umsetzung des geschriebenen aussagt, und schreiben am Ende eine Rezension dazu.
Soviel zur Theorie.
Natürlich sind solche Leserunden sehr begehrt – vor allem aber bei den großen Autoren, deren Namen auf Bestsellerlisten stehen. Wieso eigentlich? Es gibt doch nicht nur diese Bücher. Und, sind wir mal ehrlich, selbst diese „hohen Tiere“ verkacken durchaus mal ein Projekt, bekommen dann eine schlechte Rezension und der kleine Leser beißt sich, auf deutsch, in den Arsch. Wieso also nicht auch mal den kleinen Autor dabei unterstützen? Sein Buch mit anderen lesen, es auseinandernehmen, aber am Ende genau diesem kleinen Licht auf dem hartumkämpften Markt dabei helfen, es entweder besser zu machen oder zu loben, dass er es geschafft hat, uns zu begeistern.
Es gibt doch nicht nur die großen Haie im Verlagswesen, die sich aussuchen können, wen sie in ihre Liste aufnehmen und dann ihre Autoren pushen. Versteht mich nicht falsch – ich lese auch sehr gern diese Romane, die durch die ganze Welt gehen, in sämtliche Sprachen übersetzt werden, damit jeder etwas davon hat. Jene Bücher schmücken auch meine Regale. Doch ich musste feststellen, immer wieder, das die kleinen, unscheinbaren Verlage, von denen kaum einer bisher gehört hat, wahnsinnig gute Autoren besitzt, die viel Herzblut in ihre Geschichten stecken. Ebenso die sogenannten Selfpublisher, die auf einen Verlag verzichten, weil sie frei sein wollen oder sich noch etwas unsicher sind, ob denn ihr Manuskript den Geschmack des Verlegers trifft. Es wird viel Eigenkapital investiert, um die „Buchbabys“ auf Reisen zu schicken und letztendlich gehen sie in dem großen Becken unter, weil sie keiner bemerkt, oder gar ignoriert, weil der Name niemandem etwas sagt. Schade, finde ich. Die Welt der Leseratten verpasst dadurch viel Potenzial.
Jetzt bin ich aber vom eigentlichen Thema etwas abgekommen. Kann schon mal passieren. Also! Leserunden, warum eigentlich nicht mit einem unbekannten Autor, der sich von Herzen wünscht, Fuß zu fassen? Sind wir Menschen so starrsinnig, dass wir uns einfach nicht davon überzeugen lassen wollen, das es andere gibt, die genauso gut sein können, weil wir einfach das eine gewohnt sind? Warum andere Wege gehen, wenn wir nur den einen kennen? Irgendwann, vor einigen Jahren, habe selbst ich so gedacht, bis ich es versucht habe. Klar, wird man manchmal enttäuscht, weil es doch nicht so toll war, wie erhofft, aber ehrlich gesagt, man nimmt es in Kauf. Tut man doch bei den großen Autoren auch. Dann hat derjenige eben das Thema verfehlt, es nicht gut umsetzen können, weil vielleicht die Vorstellungskraft nicht ausgereicht hat. Egal. Passiert. Eine Chance haben sie dennoch verdient.
Ich hatte schon ein paar mal das Vergnügen, Autoren auf einer Plattform kennenzulernen, die zum Schreiben gedacht war und hinter der einfach nur der Fun stand. Doch die Geschichten und Schreibstile waren beeindruckend. Letztendlich haben es die ein oder anderen geschafft, ihre Storys in richtige Bücher zu packen und sie in die Welt zu tragen. Und trotzdem sieht sie keiner. No Name. Kein Verlag, der dahinter steht. Was? Wieso? Wer braucht schon sowas, wenn das Buch so schön ist?
Nun zu meinem eigentlichen Anliegen!
Eine Leserunde beinhaltet das gemeinsame Lesen eines Werkes. Man spricht darüber, wieviel Potenzial die Geschichte hat. Ob die Charaktere authentisch sind. Die Umgebung gut dargestellt wurde, sodass man sich direkt in diese Welt gebeamt fühlt. Das macht man dann Abschnitt für Abschnitt. Teilt seine Ansicht mit, um dem Autor aufzeigen zu können, wie sein Buch beim Leser ankommt. Schlussendlich verfasst man eine Rezension, mit der man demjenigen helfen kann, es zu verbreiten. Ja, wir Leser sind das wichtigste Glied in dieser Kette, denn wir reden darüber. Überall und mit jedem. Dann sind da noch wir Blogger, die euch Lesern zeigen, was es alles schönes zu entdecken gibt und genau das haben wir mit euch vor.
Wir haben lange überlegt, ob sich das wirklich lohnt, aber ja, das tut es – ihr müsst nur mutig sein. Von Zeit zu Zeit wollen wir mit euch Leserunden veranstalten, dabei aber die „jungen“ Autoren in den Mittelpunkt ziehen. Fleißige Bienchen, die vielleicht gerade ihr Debüt herausbringen, oder diejenigen, die schon wieder ein neues Werk auf ihrer Liste stehen haben, aber übersehen werden. Ihr habt schon gemerkt, dass wir nicht bloß auf die Großen aufmerksam machen – dafür gibt es genug Werbung. Davon mal abgesehen, das wir sowieso alle Autoren toll finden. Sie füllen schließlich unsere Regale, kümmern sich darum, dass wir genug Lesestoff haben.

Eure Nine

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