Interview Alexander Bálly & Lupina

Name:
Alexander Bálly. Ja, ich heiße tatsächlich so. Immer schon.
Wohnort:
Pfaffenhofen an der Ilm, eine Kleinstadt in der Holledau, dem hopfenseligen Herzen Bayerns.

Geburtsjahr:
1964

Hauptberuflich:
Schriftsteller, Auszubildender zum Vater, inzwischen im 19. Ausbildungsjahr.

Hobbies:
Lesen, Kochen, Essen, Geschichten aller Art …

Deine Werke:
Fantasy-Krimis, Holledauer Krimis, Weihnachtsgeschichten, Kurzgeschichten, Gedichte …

 

1. Du bist ausgebildeter Buchhändler, hast in Buchhandlungen und Verlagen gearbeitet. War es vorherbestimmt, dass du Autor wirst? Wie bist du dazu gekommen?
Vorbestimmt? Das ist eine gewaltige Aussage, in der Schicksalsmächte wirken. So hoch will ich es nicht einordnen. Ich habe immer schon schreiben wollen, doch es fehlte mir lange der Stoff. Über Pen- & Paper-Rollenspiele kam ich dann doch zum Schreiben. Als ich mich dann über eine ganz übel verhunzte Idee in einem Buch geärgert habe, beschloss ich, es besser zu machen.

2. Wie kommt man auf die Idee, Fantasy mit Krimi zu verbinden? Woher nimmst du die Ideen für deine Bücher?
Ganz einfach: Ich mag Fantasy und Krimis. Zu versuchen, das Beste aus zwei Genres miteinander zu verbinden, war eine naheliegende Idee.
Wie komme ich zu Ideen? Die Ideen liegen herum, überall. Jedesmal, wenn man stutzt und meint: „Das ist aber seltsam!“ kann man gleich weiterfragen: „Was für eine Geschichte steckt dahinter?“ So entstehen Geschichten.

3. Was brauchst du zum Schreiben, abgesehen von einem guten Schreibprogramm?
Kaffee oder Tee, je nach Tagesform, Regelmäßigkeit und einen gewissen Seelenfrieden. Was ich nicht abkann, ist Musik. Fernseher im Hintergrund geht aber. Ich schreibe auch gerne in Cafés.

4. Wie lange schreibst du, bis eine Geschichte fertig ist und du zufrieden bist?
Das hängt ganz von der Geschichte ab, und von ihrer Länge. Ich schreibe pro Tag (in meinen Schreibphasen) etwa 5 bis 12 Normseiten. Das Doppelte bis dreifache der Schreibzeit brauchen meist noch einmal, bis das Manuskript zum Lektorat kann. Und nach dem Lektorat kostet es bei einem Buch noch ein mal ein paar Wochen Arbeit, wenn man alles zusammenrechnet. Doch das ist nur eine ganz grobe Rechnung – so Pi mal Auge.

5. Welche Tipps würdest du jungen Autoren mit auf den Weg geben?
Niemals aufgeben. Immer weiter an sich arbeiten. Und man sollte sich nie an die eigenen Worte und Formulierungen hängen. Die Worte sind nicht wichtig, die Geschichte ist es.

6. Wie geht es weiter? Was erwartet uns von dir?
Lupinas zweiter und dritter Fall, die werden neu und schön überarbeitet im Papierverziererverlag erscheinen. Schon im Herbst geht es wohl weiter. Die Reihe meiner Krimis um den Metzgermeister Wimmer, der mit seiner Enkelin in der Holledau auf Mörderjagd geht, wird Anfang 2018 fortgesetzt, und noch zuvor, im Herbst, erscheinen meine Krippengeschichten und ein poetischer Adventskalender. Daneben gibt es noch einiges an Lesungen und Veranstaltungen. Wer es genauer wissen will, darf sich zu meinem Newsletter anmelden. Hier: https://my.sendinblue.com/users/subscribe/js_id/2k26u/id/1

7. Gibt es Bücher und/oder Autoren, die dein Leben geprägt haben und die du immer wieder gern liest?
Natürlich: Und ganz sicher ist da Tolkien zu nennen, wobei ich inzwischen den „Hobbit“ mehr mag. Aber auch „Früchte des Zorns“ von John Steinbeck“, Richard Adams mit „Unten am Fluss“ und „Mein Freund Jossele“ von Ephraim Kishon. Alle Bücher habe ich sooft gelesen, dass ich sie inzwischen ersetzen musste, bis auf Kishon. Bei dem ist es aber inzwischen nötig!

Du hast uns Lupina mitgebracht, worüber wir uns besonders freuen. Was ist das Besondere an ihr?
Lupina lebt. Das ist schon bemerkenswert. Dass sie so quicklebendig ist, dass sie eine eigene Homepage hat, selbst Interviews gibt, an Leserunden mit teilnimmt und mir dort auch mal widerspricht … und vieles mehr. Das kann längst nicht jeder Autor über seine Figuren sagen und selbst bei mir ist Lupina die einzige.

 

1. Lupina, wie kommst du mit Alexander zurecht?
Zur Zeit ist er ganz brav, im Großen und Ganzen. Ich muss aber ein wenig vorsichtig sein, denn er soll mir meine Homepage neu einrichten. Das muss er ordentlich machen. Deshalb will ich ihn ein bisschen bauchpinseln.

2. Du bist der Hauptcharakter in seinem Roman „Halbling unter Huren und Halunken“. Gab es Meinungsverschiedenheiten bei der ein oder anderen Szene, oder wart ihr immer derselben Sicht?
Naja. Es ist ein Roman aus der Ichperspektive. Und es ist MEIN Ich! Von daher mussten wir uns immer auf eine Sicht auf die Dinge einigen, die mir passte. Doch da lagen die Schwierigkeiten eigentlich nicht so. Das Problem waren teilweise die Arbeitszeiten. Wenn der Chef plötzlich eine Nachtschicht ansetzt, dann musst Du nachts noch mal raus aus den Federn und arbeiten. Und diese nervigen Korrekturen! Wenn die Szenen nicht stimmen – immer wieder den selben Dialog in einer neuen Version durchspielen, und dann klingt es es immer noch nicht so, wie der Chef es will. Und wenn es dann klappt, hat Al da Rion seinen Dialekt vergessen und es gibt nur deshalb noch eine Extrarunde. Das zehrt an den Nerven.

3. Du bist Protagonistin, wie sehr hat sich dein Alltag dadurch verändert? Wirst du erkannt?
Nein, erkannt werde ich nicht. Und sehr verändert hat sich mein Leben auch nicht. Ich bin ja durch eine Umschulungsmaßnahme aus dem Bereich Pen& Paper zum Romanfach gewechselt. Es ist schon etwas anderes, weil man genauer sein muss, nicht so improvisieren kann. Aber im Kern ist es der gleiche Job: Man erzählt eine Geschichte. Ach ja … ich habe auch weniger Freizeit, weil immer wieder jemand mich liest. Aber das ist ja gut so.

4. Du bist überall Zuhause, durch die vielen Leser, hast du noch ein Privatleben? Wie lebst du privat, wenn du einmal nicht gerade dabei bist, deine Geschichte zu erzählen?
Ich habe mir in einem zur Zeit stillliegenden Jugendbuchprojekt von meinem Chef eine schicke Ferienwohnung auf einer Nordseeinsel eingerichtet. Da genieße ich die tolle Luft, den Strand und Krabbenbrötchen. Von Zeit zu Zeit besuche ich auch meine Heimat, die Rotsteinhügel. Neben den traditionellen Halblingsgerichten genieße ich da auch einen schönen Tag beim Schweinerennen. Ich wette auch auf den einen oder anderen Eber. Doch viel habe ich da leider nie gewonnen.

5. Hast du ein Vorbild in der Detektivszene?
Hmm. Vorbild? Naja … ich bewundere viele Kolleginnen und Kollegen, aber ein echtes Vorbild? Vielleicht habe ich ein paar Gemeinsamkeiten mit Duffy von Dan Kavanagh. Aber ich bin nicht ganz so neurotisch. Noch nicht.

Wir bedanken uns, bei euch beiden, dass ihr unsere Fragen beantwortet habt.

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s