Sei du selbst – be yourself

… so lautete eine Challenge-Aufgabe bei „Plus Size für die Liebe“ von Kari Lessír. Nein, ich habe nicht daran teilgenommen, Punkte gesammelt um etwas zu gewinnen oder dergleichen. Meine Neugier bestand hauptsächlich darin, zu erfahren, worum genau es in diesem Buch geht, das die Autorin in dieser Veranstaltung vorstellt. Ich bin von Natur aus sehr neugierig, anders kommt man gar nicht durchs Leben. Man kann Sachen nur erfahren, wenn man sich dafür interessiert, hinterfragt und am Ende die Antworten bekommt, die man sich erhofft. Ich habe meine Antworten bekommen und war sehr überrascht, – positiv überrascht – was sich hinter dieser Geschichte verbirgt.
So hart das jetzt auch klingen mag, aber wir Frauen sind schon oft ziemlich dumm. Wir verstellen und verbiegen uns, machen es unseren Partnern recht, nur um ihnen zu gefallen. Aber nicht nur bei dem männlichen Geschlecht tun wir das, nein, auch gegenüber Freunden, Bekannten, Arbeitskollegen, sogar dem Chef zeigen wir nicht unser wahres Ich. Wir verstecken uns hinter einem Vorhang, der unser Gesicht verbirgt, damit niemand sieht, wer wir wirklich sind. Doch warum tun wir das? Sind wir feige? Schüchtern? Haben wir Angst nicht akzeptiert zu werden?
Ob äußerlich oder innerlich, sind wir nicht alle auf unsere Weise schön? Ein paar Pfunde zu viel, einen Pickel im Gesicht, Sommersprossen auf der Nase, den Kasper schon morgens mit dem Kaffee inhaliert und immer zum scherzen aufgelegt – ist das denn so schlimm? Sind wir deswegen nicht genauso schön wie das Topmodel mit den 90-60-90 Maßen? Oder der hochkultivierten Dame, die die Benimmregeln mit dem Löffel aufgenommen hat? Die sich, wohlgemerkt, noch viel mehr verstellt, als unsereins.
Natürlich ist es nicht immer so einfach, man selbst zu sein. Schon früh lernt man, das, das was uns gesagt wird, in der Theorie vielleicht funktioniert, aber in der Praxis kaum umsetzbar ist. Als Kind ist es dir egal, was alle anderen Menschen von dir halten. Kindsein kannst du nur, wenn du es laufen lässt. Seht euch die Kleinen an – sie denken nicht darüber nach, ob das blaue T-Shirt zu der grünen Hose passt. Ob die Frisur richtig sitzt. Es ist ihnen egal und es geht ihnen damit gut. Doch dann kommt man in die Pubertät, wird ein Teenager und plötzlich drehen sich die Uhren in eine andere Richtung. Man beginnt sich unbemerkt zu verändern, zu verdrehen, jemand zu sein, der man nicht ist. Makeup weil es alle tun. Haare stylen weil man auffallen will. Einen lässigen Gang, der cool wirkt. Die erste große Liebe erscheint auf der Bildfläche und die will man beeindrucken, genau so sein, wie er/sie es will. Man stellt sich zur Schau. Immer darauf bedacht, nicht zu zeigen, wer du wirklich bist. Vielleicht spielst du Klavier und die anderen finden sowas einfach bescheuert – dann hältst du automatisch den Mund. Oder du bist künstlerisch begabt, aber niemand interessiert sich für deine Bilder – dann versteckst du sie. Zum Glück wird man irgendwann auch mal erwachsen, aber ändern tut sich dennoch nichts. Wir verstellen uns weiter für den Mann an unserer Seite, der schon Jahre lang glaubt, dass wir die liebe, zuvorkommende Vorstadtfrau sind, denn er weiß ja nicht, dass wir abends aus dem Haus schleichen, um uns ein Rockkonzert anzusehen und dabei Pogo tanzen. Wir bringen unsere Kinder lächelnd zur Schule, begrüßen freundlich andere Mütter, obwohl wir sie nicht ausstehen können mit ihrem künstlerisch gestaltetem Gesicht.
Also, wieso tun wir das? Sind wir Frauen dazu verdammt, immer gute Miene zum bösen Spiel zu machen? Warum interessiert es die Männer nicht, wie sie bei uns ankommen?

Eure Nine

 

Falls ihr euch für das Buch von Kari Lessír interessiert, schaut doch mal bei ihr vorbei.

https://www.kari-lessir.de/plus-size-für-die-liebe/

 

2 thoughts on “Sei du selbst – be yourself

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