Interview mit Katie Weber

Ich hatte ein nettes Gespräch mit Katie Weber, von der ich wohl bisher die ausführlichste Vita bekommen haben. 😊 Anfangs habe ich hin und her überlegt, wie ich es umsetze, aber irgendwann habe ich beschlossen, euch eben an genau diesem einzigartigen Gespräch teilhaben zu lassen, ohne weitere Änderungen oder Kürzungen. Und dieses Mal durfte ich  (Nine) feststellen, dass wir gar nicht so verschieden denken. 

Wie bei einem Bewerbungsgespräch 😀 Mein Name ist Katie Weber (nein, dies ist sogar kein Künstlername bzw. Pseudo), ich bin 1986 als Deutsche in Sibirien, Russland, geboren. Meine Eltern und Vorfahren sind ebenfalls alle deutsch, daher gehöre ich korrekterweise nicht zu den bekannten Russlanddeutschen, bin jedoch mit meiner Familie auch erst 1992 nach Deutschland gekommen. Seit über 12 Jahren lebe ich mit meinem Lebensgefährten zusammen in der Nähe von Heidelberg und bin seit Juli dieses Jahres hauptberuflich Autorin, habe Jahre zuvor aber eine Ausbildung zur Bürokauffrau gemacht und eine Zeit lang in Darmstadt studiert. Privat arbeite ich gerne an unserem Häuschen, das mein Lebensgefährte und ich im Sommer letzten Jahres gekauft haben. Außerdem schaue ich leidenschaftlich gerne Filme, lese natürlich sehr viel und liebe es, andere und mir bisher fremde Orte zu bereisen. Ich campe für mein Leben gern und habe eine Leidenschaft für Motorsport, vor allem schlägt mein Herz für die Formel 1. 😀 Mit dem Schreiben habe ich schon im Kindesalter angefangen, wann genau, kann ich gar nicht sagen. Ich weiß nur noch, dass ich meinen Vater immer dazu genötigt habe, meine Texte und Geschichten anschließend zu lesen. In Freundebüchern aus der Schulzeit damals, habe ich als Berufswunsch oder auf die Frage „Was möchtest du mal werden, wenn du groß bist“ immer mit „Schriftstellerin“ geantwortet. 😀 Im Teenageralter geriet das Schreiben leider in den Hintergrund, so, dass ich es fast schon vergessen hatte. Erst vor knapp sechs Jahren habe ich meine Leidenschaft wieder entdeckt und schreibe seitdem wie eine Wahnsinnige. Mein Erstlingswerk, „Unter einer Decke“ erschien im Januar diesen Jahres. Danach folgten „Breathe Again“ im Mai und „Stolperherzen“ im Juni. 🙂 Auf dem Laptop existieren jedoch unzählige weitere Projekte, da ich mich vor Ideen nicht retten kann. Hätte der Tag 48 Stunden, ich hätte jetzt vermutlich schon 10 Bücher rausgebracht. 😉
Sorry für den langen Monolog! 😀

Wow … ich hab noch nie eine solch ausführliche Vita gelesen. Der Wahnsinn. 😍 Aber hey, du bist gerade mal ein Jahr älter wie ich. 😂

Ha! ich dachte halt mal, ich erzähl etwas von mir. Etwas ausführlicher als sonst. Du darfst das natürlich gerne kürzen und nur das Interessante daraus nehmen 😉
Oh echt? 😀 1987 geboren?

Es hat mir schon ein zwei weitere Fragen beantwortet, sodass ich es im Beitrag dann etwas umändere, um es passend zu machen. 😊 Ja bin ich.

Welche wären das gewesen? 🙂

Wie du zum schreiben kamst, z.B.

Das kann ich sogar noch ausführlicher beantworten… 😀 Zumindest was die Zeit vor sechs Jahren angeht. Also quasi, wie ich später dann wieder zum Schreiben kam.

Dann erzähl mal, ich bin neugierig 😊

Ich bin eingefleischter „Fanfiktion“ Fan. 😉 Ich hoffe, der Begriff sagt dir was. Irgendwann im Herbst 2011 habe ich so viele Bücher und Geschichten gelesen, dass es mir nicht mehr ausreichte, nur zu lesen. Mich begann es selbst in den Fingern zu kribbeln, eben diese Geschichten weiterzuschreiben und weiterzuspinnen. Also habe ich mich eines nachts (ja, nachts! :-D) an den Laptop gesetzt und habe begonnen zu schreiben. Aus dem Nichts heraus quasi. Ich hatte kein Ziel, keinen Plan, aber tausende Szenen in meinem Kopf. Zuerst habe ich nur Geschichten über bereits existierende Charaktere geschrieben, später begann ich dann mit Prosa.

Fanfiktion … so toll. Ich habe viele gelesen und mach es immer noch sehr gern.

Ich finde, Fanfiktion sind etwas ganz besonderes. Weil sie von Fans kommen und die Werke, sei es Film, Serie, Buch oder etwas anderes, würdigen und wertschätzen. Ich glaube, es ist für jeden Autor eine Ehre, wenn plötzlich Fanfiktion darüber geschrieben werden. 🙂

Denke ich auch. Da steckt viel Herzblut drin, in solchen Geschichten. Ich bin jedesmal begeistert davon.

Ganz genau! ❤

Kommen wir zur nächsten Frage: Deine Inspirationen … woher kommen die Ideen zu deinen Büchern? Wie viel Wahrheit steckt drin?

Schwierig zu beantworten, wie ich finde. Denn ich würde lügen, wenn ich sagen würde, meine Inspiration kommt hier oder davon. In Wahrheit ist es nämlich so, dass sie von allem kommt, was mir den Tag über so passiert, was ich sehe, höre, rieche, schmecke, lese und wahrnehme. Manchmal sind es alltägliche Situationen, manchmal eine Beobachtung im Supermarkt, eine Erzählung einer Freundin, ein toller Film, den ich gesehen habe oder eben ein gutes Buch. Es gibt Millionen Quellen, die mich inspirieren und mir Ideen liefern. Fassen wir sie in einem Begriff zusammen, wäre es wohl: das Leben. 🙂

Bei der zweiten Frage müsstest du genauer werden, sonst ist es schwer, dies zu beantworten. Meinst du die Wahrheit über gewisse Situationen im Buch, über die Charaktere oder die allgemeinen Ideen?

Wenn ich mich bei den Antworten kürzer fassen soll, sag Bescheid 😀

Im Prinzip alles. Die Wahrheiten der Situationen … bestehen Ähnlichkeiten zwischen Protas und realen Menschen? Nein, ich mag deine Antworten.

Ich denke, ein gewisser Grad an Wahrheit bzw. persönlicher Erfahrung steckt in jedem Buch eines Autors. Anders ist es gar nicht möglich. Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen versuche ich zu vermeiden, jedoch dienen einige von ihnen natürlich charakterlich als Vorbild. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die ich übernehme. Als kleines Beispiel fällt mir hier konkret ein, dass ich in einem von mir bisher unveröffentlichten Jugendbuch (erscheint voraussichtlich im Frühjahr 2018) den schwarzen Humor von meinem Vater übernommen habe. Zwar hat diesen dann die Mutter der Hauptprotagonistin, doch die Sprüche und der Humor sind 1 zu 1 von meinem Vater. 😀 In der „Keep Breathing“ Trilogie steckt außerdem z.B etwas von mir selbst, nämlich die Liebe zu Schnee, Winter, Wäldern und Bergen. Daher kommen Kanada und Alaska in den Büchern vor. 😉

Wo schreibst du am liebsten und was brauchst du unbedingt dafür? (Musik, Kaffee?)

Ich schreibe überall da, wo ich mich wohlfühle und in andere Welten abtauchen kann. Meist wechsle ich meinen Schreibplatz über Tag hin. Mal sitze ich in meinem Arbeitszimmer, meiner selbsternannten Schreibwerkstatt, dann wieder in der Küche. Wenn die Sonne scheint und es draußen warm ist, sitze ich meistens auf der Terrasse oder im Garten. Wenn es kalt ist und regnet, häufiger sogar eingekuschelt mit einem Tee im Bett. 😀 Was ich zum Schreiben brauche ist nicht viel. Eigentlich nur Ruhe. Nicht im Sinne von „es muss mucksmäuschenstill sein“, sondern im Sinne von „keine Ablenkung von Außerhalb, die mich aus meiner Fantasiewelt reißen kann“. Musik höre ich beim Schreiben immer wieder, ist jedoch kein Muss. Manchmal tut es auch die Stille oder das Rauschen des Regens draußen – so wie heute, z.B.

Was würdest du jungen Autoren mit auf den Weg geben?

Ich fühle mich, ehrlich gesagt, noch lange nicht soweit, dass ich anderen Autoren sagen würde, wie und was sie tun sollten. Ich befinde mich selbst noch auf dem Weg zum Ziel und hoffe, meinen Lebenstraum weiterhin leben zu dürfen. Doch wenn ich etwas aus der kurzen Zeit bisher gelernt habe, dann ist es das: Habt Vertrauen in das, was ihr tut. Jeder Autor hat Selbstzweifel und ist im Grunde niemals mit seinem Buch zu 100% zufrieden. Das ist vollkommen normal, heißt aber noch lange nicht, dass es andere nicht mögen und lieben werden. ❤

Da hast du recht. Auf solche Worte von dir hatte ich es abgesehen. 😉 Du bist selbst Jungautorin, hast aber schon Erfahrungen gesammelt, die du weitergeben kannst. 😊 Stehen zukünftig Buchmessen an, auf denen du dich blicken lassen wirst?

Dann bin ich ja beruhigt. 😀

Nein, aktuell bzw. dieses Jahr stehen erst mal keine Messen an. Das liegt ganz einfach daran, dass ich genau in diesem Zeitraum an weiteren, für dieses Jahr geplanten Veröffentlichungen arbeiten muss. 😉

Da kann ich ja gleich fragen, was wir noch von dir hören bzw. lesen werden? Welche Projekte stehen in Planung?

Zunächst einmal kommt Band 2 der Keep Breathing Trilogie am 25.08 raus, Band 3 sollte Ende Oktober/ Anfang November folgen. Für Dezember ist ein Sammelband geplant. Ich denke, das könnte ein schönes Weihnachtsgeschenk für einige werden. 🙂 Außerdem kommt Band 2 der Mitbewohner Reihe, „Über zwei Ecken“, über den ich auf meiner Facebook Seite schon berichtet und Schnipsel gepostet habe. Das Buch ist für Herbst geplant, wann genau, kann ich noch nicht sagen. Zudem schreibe ich aktuell an weiteren Projekten. Das bereits erwähnte Jugendbuch, geplant für Frühjahr 2018, einer Romantasy Trilogie, geplant für 2018, und einem Geheimprojekt, über das ich zunächst nicht viel verraten möchte, außer, dass es vielleicht noch dieses Jahr erscheint. 😉

Da hast du ja einiges vor. 😊

Ich schreibe immer mehrere Titel gleichzeitig 😀

Wenn du Zeit hast, was liest du dann gern? Gibt es Bücher oder Autoren, die dich beeinflusst haben und die du immer wieder lesen kannst?

Ich lese alles, wo es um Liebe geht. 😀 Am Liebsten jedoch tatsächlich Young Adult Romane und in letzter Zeit auch sehr viel Fantasy. Bei Jugendbüchern liebe ich es, die Entwicklung der Charaktere zu erleben und zu sehen, wie sie im Laufe der Geschichte erwachsen werden. Manchmal habe ich das Gefühl, Jugendbücher sind in so vieler Hinsicht reifer und erwachsener als mancher Roman für Erwachsene. Vor allem aber wahnsinnig echt und real. Besonders wenn es um Freundschaft und Liebe geht. 🙂 Beeinflusst haben mich da sicherlich die Bücher von Tanja Voosen ganz stark. Könnte ich immer wieder lesen und es würde niemals langweilig werden. Außerdem liebe ich „Jonah“ von Laura Newman. Ja, wie man sieht, hat mich dieses Buch auch in der Namenswahl meines eigenen Protagonisten beeinflusst. 🙂 Die Bücher von Kira Gembri habe ich ebenfalls regelrecht verschlungen und geliebt. „Ein Teil von uns“ hat mir dabei besonders gut gefallen.

Ich muss gestehen, dass ich noch nichts von den Autoren gelesen habe, aber dem nach was du sagst, muss ich das dringend nachholen. 😊 Zum Schluss würde ich gerne ein kleines Spiel mit dir machen. Stell dir vor …

… du würdest mit einem deiner Protagonisten ins Kino gehen. Welcher wäre es, Jonah oder Nathan oder Ethan, und was würdet ihr euch ansehen?

Ganz klar Nathan! 😀 Mit ihm würde es sicher unheimlich witzig werden. Er war schließlich selbst Hollywood Liebling. 😉 Ansehen würden wir uns einen schrulligen Horrorfilm, über den wir uns dann kaputtlachen würden. ❤

… du machst einen Kurztrip mit deinen weiblichen Protas. Was für einer wird es? Typisch Mädchentrip – also Shopping? Oder Strand oder Citytour?

Ohje, Holly und Annie zusammen? Ob das gut gehen würde, bin ich nicht sicher. 😀 Mit Elena gäbe es sicher keine Probleme. Ich denke, da alle drei recht unterschiedlich sind, müsste ich etwas neutrales wählen. 😀 Holly würde Strand und Meer bevorzugen, Annie eher die Berge. Elena vermutlich einen Citytrip. Daher wähle ich einen Spa-/Wellnessurlaub. Da hätte niemand von uns etwas zu meckern. 😛

😂 gut gelöst

… Jonah lädt dich zu einem Musik-Festival ein. Welches wäre es?

Um ehrlich zu sein, zu keinem. 😀 Jonah ist kein Typ für Festivals (Ich hingegen schon, jedoch nicht mit der Musikrichtung, die Jonah praktiziert). Jonah ist ganz klar ein Typ, der dich zu einem Privatkonzert in seinem Garten oder am Lagerfeuer einladen würde. Große Menschenmassen sind nichts für ihn, auch wenn er auf der Bühne vor eben diesen stehen muss. Eine kleine Bar mit ein paar Leuten, die seiner Musik lauschen, wäre ihm wohl lieber. 😉

Das ist ja interessant. Warum steht er dann auf der großen Bühne, wo es doch auch kleine gibt, die ihm mehr zusagen würden?

Dazu solltest du „Breathe Harder“ lesen… 😛

Werde ich tun. Ich warte doch nur darauf, dass du es mir gibst 😂

Ich danke dir für dieses tolle Gespräch. 😊

Ich habe zu Danken! Hat ganz großen Spaß gemacht ❤

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