Interview mit Katie Kling + Connor&Rachel

Wir hatten ein Date mit Katie, ihren Protagonisten Connor&Rachel, und haben sie ein bisschen über ihren Debüt-Roman ausgequetscht. Außerdem wollten wir die beiden Hauptcharaktere ihres Buchs genauer kennenlernen.

Zu Beginn wäre es lieb, wenn du uns eine kleine Vita von dir geben würdest. 

Also, Katie Kling ist ein Pseudonym, eine Abkürzung meines echten Namens, aber ungefähr seit der 7.Klasse werde ich tatsächlich Katie genannt, deswegen fühle ich mich damit sehr wohl. Ich bin 1989 geboren, im Sauerland aufgewachsen und wohne seit einem Jahr in Berlin. Ich arbeite hauptberuflich als Online Redakteurin, das heißt ich schreibe auch in meinem Job sehr viel. Mein erstes Buch „Barfuß durch die Nacht“ ist im März 2017 im Amrûn Verlag erschienen, der 2. Teil (von 2) folgt voraussichtlich im Februar 2018.

Solang soll ich auf den zweiten Teil warten? Du willst mich umbringen! Ganz Fies. Obwohl da bist du bestimmt bei der LBM 18?

Das höre ich häufiger tut mir leid. Ursprünglich waren 3 Teile geplant, es werden nun aber doch nur 2 (was ich gut finde, da ich die Geschichte nicht unnötig langziehen wollte) – daher hat die Überarbeitung von Teil 2 recht lange gedauert.
Ja ich gehe davon aus, dass ich auf der LBM 2018 sein werde, dieses Jahr war ich auch da.

Ach echt? Wir haben dich verpasst. Das bedeutet, wir brauchen ein Date für die kommende LBM.

Da ist mein Buch auch gerade erst erschienen und ich hatte noch nicht viele Kontakte zu Lesern oder Bloggern geknüpft, deswegen war alles etwas chaotisch bei mir. Aber auf nächstes Jahr freue ich mich sehr!

Ich denke, allmählich läuft es richtig rund bei dir, was die Kontakte und Feedbacks betrifft, oder?

Ja, ich bekomme sehr viel positives Feedback und habe viele tolle Leute kennengelernt, das macht echt Spaß.

Du hast auch wirklich ein tolles Buch geschrieben. Der Stripper und die graue Maus vom Arbeitsamt. Wie kommt man auf so eine Idee?

Danke für das Lob. Die Idee kam mir ungefähr 2014, als ich ganz zufällig im Fernsehen eine Reportage über männliche Stripper gesehen habe. Da hatte ich sofort Connors Charakter im Kopf – und Rachel als Gegensatz dazu passte dann perfekt.

Das sind wirklich zwei krasse Gegensätze, aber super ausgeschmückt.

Mir war wichtig, dass die beiden trotzdem nicht zu klischeehaft sind und ich hoffe/glaube, dass es mir gelungen ist.

Ganz ehrlich Connor ist Grrr …

Ist „grrr“ gut? Manchmal bin ich mir selbst nicht so sicher. Er hat so seine Höhen und Tiefen.

Ich glaube schon, dass du das gut gemeistert hast. Klischee sehe ich kaum darin. Denn wo gibt es denn solche Lovestorys großartig?

Ich denke sie meint mit „grr“ gut.

Haha ich glaube, bei Connor meint man oft „Eigentlich will ich dir in den Hintern treten, aber du bist doch so süß und sexy“

Niedlich würde ich noch sagen. Denn so ein bisschen ist er wie ein kleiner verspielter Junge.

Ja genau, das meinte ich mit süß.

Wie bist du zum Schreiben gekommen? Gab es irgendwann einen Punkt, wo du gesagt hast, ich will nicht nur im Job, sondern auch Romane schreiben?!

Ich hab tatsächlich Romane geschrieben, bevor ich im Job auch geschrieben habe
Meine ersten Geschichten habe ich schon in der Grundschule geschrieben, die wurden dann im Klassenzimmer aufgehangen oder ich durfte sie vorlesen. Und je älter ich wurde, desto länger wurden die Geschichten. Irgendwann als Teenager dachte ich, es wäre toll, mal ein Buch zu veröffentlichen und so 10 Jahre später hat das geklappt Es gab keine Situation, die das ausgelöst hat. Ich habe immer schon gerne gelesen und mir Geschichten ausgedacht.

Dann kann man tatsächlich gratulieren, das der Traum in Erfüllung ging.

Danke

Wie stark hat sich dein Leben bisher verändert, seitdem du unter die Autoren gegangen bist?

Das kann ich nur ganz schwer sagen, weil sich im letzten Jahr sowieso ganz viel für mich verändert hat. Ich hab mein Studium beendet, hab einen Job angefangen, bin nach Berlin gezogen etc.. Also sehr viel Neues auf einmal. Was sich verändert hat, ist so viele positive Rückmeldungen zu kriegen für eine Leidenschaft (das Schreiben), die ich bislang eher alleine und für mich ausgelebt habe. Und das ist sehr schön.

Da hattest du ja wirklich ein ganz schön aufregendes Jahr. Ich find ja, also das ist nur meine persönliche Meinung, die „kleinen“ Autoren, die sich ewig viel Zeit damit gelassen haben, irgendwas zu veröffentlichen, aus welchem Grund auch immer, haben die tollsten Geschichten. Zumindest habe ich das jetzt schon häufig erlebt. Ich meine, du schreibst von Drogen, von Liebe die wacklig auf ihren Beinen steht, von Twist in der Familie. Themen, die nun mal die bittere Realität sind. Ist es das was du willst: das echte Leben zeigen?

Also zu einem Buch gehört immer auch etwas „unrealistisches“, damit man träumen und dem Alltag entfliehen kann. Aber ja, ich möchte so schreiben, dass man es sich zumindest vorstellen kann, dass man mitfühlen und sich in die Charaktere reinversetzen kann.

Etwas Fiktion gehört dazu, stimmt. Jetzt sind wir natürlich sehr gespannt, wie es weitergehen wird. Du lässt Rachel sprechen in dem Buch, wird Connor auch eine Stimme bekommen im zweiten Teil?

Kurz und knapp: Nein. Aber die Leserin wird trotzdem sehr viel von Connor erfahren, weil ich weiß, dass alle sehr gespannt darauf sind. Und es natürlich auch wichtig für seinen Charakter ist.

Okay, damit gebe ich mich zufrieden. Du hast uns deine Protas mitgebracht, worüber wir uns sehr freuen. Ich hoffe, du verzeihst mir, wenn ich dich mit einem Kaffee vertröste und mich deinem männlichen Prota widme?

Ich trinke keinen Kaffee, aber ich machs mir da hinten in der Ecke mit einem Tee gemütlich und überlasse Rachel und Connor das Reden.

Gut, Tee haben wir auch da. Tob dich aus.

Connor, bist du bereit, dich nackig zu machen? Ohne deine Klamotten zu verlieren? Zumindest erstmal.

Jederzeit

Du bist ja schon ein hübsches Ding. Etwas grün hinter den Ohren, wenn es um den richtigen Umgang mit den Ladys geht, aber dennoch wirklich sympathisch. Wie wird man Stripper?

Etwas grün hinter den Ohren? Na ja, ich kenne genug Ladys, die das anders sehen würden…
Ach, ja, wie wird man Stripper? Ich hab nach der Schule hier und dort gejobbt, war eine Weile Türsteher, danach Barkeeper, und landete irgendwann hinterm Tresen vom Affections. Da war der Weg auf die Bühne nicht mehr weit.

War das eine spontane Idee von dir? Nach dem Motto: Ich probier das mal und wenns Spaß macht, mach ich es öfter?!

Na ja, ich hab mitbekommen, wie gut die Jungs da auf der Bühne verdienen und ich dachte: „Was die können, kann ich schon lange.“ – hat ja auch funktioniert. Und dass mir die Frauen zu Füßen liegen, na ja, war auch kein Nachteil. Ich hätte es nicht gemacht, wenn ich mir nicht sicher gewesen wäre, dass ich es schaffe.

Naja, ich liege noch nicht. Es ging dir also nur ums schnelle Geld und ein warmes Bett, im besten Fall immer mit etwas anderem zum spielen?

Du hast mich auch noch nicht tanzen sehen.
Und ja: Kann man so sagen.

Stimmt, hab ich nicht. Vielleicht lasse ich mich dazu überreden. Du verlierst sämtliche Hüllen? Präsentierst du deinen kleinen Freund jeder Frau im Raum?

KLEINEN Freund?

Was? Etwa nicht?

*Connor grummelt und würde das Interview an dieser Stelle gerne beenden, aber Katie schubst ihn noch mal in den Sessel*

Na gut.. also mein Freund ist alles ander als klein… und ja, wenn du mal zu einer unserer Shows kommst, kannst du dich gerne davon überzeugen. Wir lassen alle Hüllen fallen.

*verkneif mir das Lachen*

Interessant … ich kenn das so noch nicht. Wahrscheinlich waren die bisherigen Bekanntschaften zu Strippern mehr jugendfrei.

Ich arbeite ja in England. Soweit ich weiß, ist es den Strippern in Deutschland nicht erlaubt, sich ganz auszuziehen.

Aha … danke für die gesetzliche Aufklärung. Dann muss ich mir tatsächlich eure Show mal ansehen. Aber sag mal, du lebst seit Monaten mit einer Frau zusammen. War das eine große Umstellung?

Man hört ja immer diese kitschigen Sprüche, von wegen „Wenn man die Richtige gefunden hat, ist es nicht schwer“.. ich muss sagen, das stimmt tatsächlich. Es ist schon schwer, alte Gewohnheiten abzulegen, aber ich gebe mein Bestes, um Rachel nicht zu enttäuschen.

Große Worte für einen Stripper/Playboy. Trotz deiner Bemühungen fällst du ab und an in alte Muster. Merkst du es selbst, oder brauchst du den Dämpfer von Rachel um es zu sehen?

Ich glaube, ich brauche diesen Dämpfer schon, weil ich manchmal gar nicht mehr merke, was für andere Menschen, die ein „normales“ Leben führen, richtig oder falsch ist. Dann muss sie mir die Augen öffnen.
Zum Beispiel, dass andere Leute, die einen Bürojob haben, es unnormal finden, auch in der Woche feiern zu gehen usw. Für mich ist das Normalität geworden und die meisten meiner Freunde sind in dem gleichen Umfeld unterwegs.

Erzählst du mir von deiner Beziehung mit ihr? Wann hast du gemerkt, dass sie nicht nur der One-Night-Stand ist?

Das habe ich wahrscheinlich ziemlich schnell gemerkt, aber ich wollte es mir selbst nicht eingestehen. Aber als sie nach dem Sex irgendwann blieb und wir uns unterhalten haben, habe ich gemerkt, dass sie eigentlich so gar nicht in meine Welt passt. Und genau das war so besonders an ihr.

Kann man das so sagen: Sie hält dich auf dem Boden der Tatsachen?

Definitiv, ja.

Rachel, wie siehst du das?

*Rachel ist etwas überrumpelt*

Öh.. ja, ich gebe zumindest mein Bestes. Connor handelt oder spricht so oft vorschnell, ohne nachzudenken, dass man ihm manchmal zeigen muss, wie er sich verhält.

Er ist schon ein kleiner Kindskopf, oder?

Ohja. Das kann sehr niedlich, aber auch sehr anstrengend sein.

Glaub ich dir gern. Aber er schafft es dennoch, dich wieder zu beruhigen. Wann waren bei dir Gefühle da?

Als ich gemerkt habe, dass er gar nicht so oberflächlich ist, wie ich am Anfang dachte. Er war so aufmerksam und hat mich so wertgeschätzt, das hat mich überrascht und auch berührt.

War das genau das, was du zu der Zeit, als du ihn kennengelernt hast, gebraucht hast?

Gute Frage, vielleicht ja. Ich habe nicht bewusst danach gesucht, aber ja – als er dann da war, und all die Aufmerksamkeit und seine liebevolle Art, da habe ich wohl gemerkt, dass mir das zu lange gefehlt hat.

Du hast es nie einfach mit deiner Mutter gehabt. War es anfangs eine Flucht von Zuhause? Um allem entgehen zu können?

Ja, ganz sicher. Meine Mum hat mich echt oft in den Wahnsinn getrieben und mich schlecht da stehen lassen. Bei Connor war das direkt anders. Er hat mir gesagt und gezeigt, dass ich gut bin, wie ich bin und dass ich noch viel mehr schaffen kann, als ich mir zutrauen würde. Das habe ich zuhause, zumindest von meiner Mutter, nicht bekommen.

Hört sich irgendwie nach dem perfekten Mann an, wären da nicht seine Macken. Wie kommst du damit klar?

Ich versuche, zu verstehen, warum er so ist, wie er ist. Aber das fällt mir nicht immer leicht. Manche Dinge kann man leichter akzeptieren, als andere, aber manchmal muss man eben auch Konsequenzen ziehen. Ich lasse mir nicht alles gefallen.

So muss das sein. Nicht unterkriegen lassen.

Connor, wie siehts aus? Zeigst du, wie du tanzen kannst, oder muss ich erst in euren Club?

Ich fürchte, da musst du im Affections vorbeischauen…

Gemein … dann möchte ich aber auf der Gästeliste stehen.

Das kriegen wir hin.

Sehr freundlich.

Connor haben deine Tattoos Bedeutungen?

Meine Tattoos haben zumindest eine Geschichte.. die lest ihr dann in Band 2.

Nur ein kleines Geheimniss verraten.

Die Tattoos helfen mir, Dinge aus der Vergangenheit zu vergessen.

Das klingt gut. Aber jetzt mal Ehrlich es ist nach 18 Uhr. Alle waren brav. *hust* Tanz für uns.

Sorry Girls, aber Privatvorstellungen bekommt nur eine.

*lache in meiner Ecke herzlich*

Ihr drei … es war toll mit euch zu plaudern. Hoffentlich hören wir noch einiges von euch. Vielen Dank, dass ihr Zeit hattet.

Vielen Dank für die tolle Gelegenheit.

 

 

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