Erinnerungen

2017-10-04 12.51.02

Heiße Wasserstrahlen prasselten auf meine Schultern, aber meine Muskeln wollten sich einfach nicht entspannen. Sonst half das immer, aber sonst war auch Zuhause in Boise und nicht hier in Nashville.

„Fuck“, fluchte ich leise unter der Dusche. Alles erinnerte mich hier an Zo. Es war wie verhext – sogar das verdammte Wasser brachte Bilder in meinem Kopf zum Vorschein, die dafür sorgten, dass ich hart wurde.

Ich ließ meine Stirn gegen die feuchten, kühlen Fließen fallen und stützte meinen Unterarm neben meinem Kopf ab. Mit meiner freien Hand griff ich nach meinem Ständer und fuhr daran der Länge nach auf und ab.

Die Bilder in meinem Kopf zeigten eine nackte Zoey, die ihre Beine um meine Hüften schlang, während ich in sie stieß und sie damit zum Stöhnen brachte. Das Geräusch war so fest in meinen Gedanken verankert – ich hatte es nie vergessen.

Mein Griff wurde fester, meine Bewegungen fahriger, mein Atem kam stoßweise und ich wollte einfach nur, dass es aufhörte. Ehrlich, ich hasste mich für mein Kopfkino und für das, was ich tat. Annie hatte das nicht verdient.

Ich spürte das Pulsieren in meiner Hand und wusste, gleich wäre es vorbei. Sekunden später kam ich, ergoss mich über meiner Hand und die cremige Flüssigkeit vermischte sich mit dem Wasser, und verschwand genauso schnell, wie sie kam.

Frustriert, anstatt erleichtert, stieg ich aus der Dusche, nachdem ich mir den Schmutz – so fühlte es sich an – abwusch.

Nur mit einem Handtuch um die Hüften verließ ich das Badezimmer und rannte direkt in Zac hinein. Unsere Köpfe krachten aneinander und beide fluchten wir laut.

„Mein Gott, Deac … nimmst du jetzt nicht mal mehr deine Umgebung wahr?!“ Ich rieb mir die Stirn.

„Fragst du mich?“, gab ich zurück. Wir leisteten uns ein Blickduell mit zusammengekniffenen Augen.

„Dir bekommt das gar nicht, oder?“, kam es ein paar Sekunden später von Zac und ich seufzte resigniert.

Während ich mich rücklings an den Türrahmen lehnte, ließ er sich an der gegenüberliegenden Wand nieder.

„Ich will sie nicht sehen. Das tut mir nicht gut.“

Er musterte mich genau. Zac war in den Jahren ein wirklich guter Freund geworden. Bevor ich nach Boise abhaute, hatten wir einige Gespräche geführt und uns auch gegenseitig unter den Tisch gesoffen.

„Du haust jetzt aber nicht sofort ab, oder? Damit brichst du April das Herz … und deinen Eltern.“

Wir sahen einander an. Ich wusste, dass er das ernst meinte und schüttelte daher langsam den Kopf.

„Ich werde es schon schaffen.“

 

 

©J.M.Ash

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