Interview mit Gabriele E. Fleischmann

Name: Emma Gabriele Fleischmann, da aber Emma so ein Modename bei den Pseudonymen geworden ist, habe ich meine beiden Vornamen gedreht und das Emma halt mit E. abgekürzt.
Geburtsjahr: vor langer, langer Zeit und zwar in Köln, da wo ich auch heute noch lebe.
Hobbies: Ich habe 8 Kinder, da blieb für Hobbies keine Zeit. Wenn ich mal nachts nicht schlafen konnte, da habe ich gelesen, das und das Erfinden von Geschichten habe ich schon von frühster Kindheit geliebt. Daher habe ich auch das Schreiben zu meinem Beruf gemacht, denn schließlich kommt Beruf ja von Berufung
Werke:
Kerry und Theo … nicht gesucht und doch gefunden
Kerry und Theo … das Leben ist nicht fair
Theresa … manchmal ist es anders als man denkt
Theresa … wie ein Hoffnungsschimmer in der Nacht
Kerry und Theo … wenn du denkst es geht nicht mehr
Kerry und Theo … eine etwas andere Weihnachtsgeschichte
Johannes … du bist der Schlüssel zu meinem Herz
Johannes … ihr seid der Schlüssel zu meinem Herz
Charlotte … mein Tanz im Sonnenschein
Charlotte … mein Tanz im Regen

8 Kinder? Wow. Beeindruckend. Wie schafft man so viele Bücher, bei einer solch großen Familie?

Meine Kinder sind ja nicht mehr so klein, sodass ich vor ein paar Jahren endlich meinen Traum zu Schreiben verwirklichen konnte. Obwohl eigentlich eine dramatische Situation der Auslöser war, auch mal alle meine ausgedachten Geschichten zu Papier zu bringen.
Mein schwer erkrankter Sohn lag 24 Wochen auf der Intensivstation, da habe ich mir dann, um mich von dem Wahnsinn abzulenken, Kerry und Theo ausgedacht. Als er dann aus dem Krankenhaus entlassen wurde, fand ich, dass die Geschichte, die mir in dieser schweren Zeit ein wenig Mut gemacht hatte, dass diese Geschichte es wert war aufgeschrieben zu werden.

Oh, das ist irgendwie traurig und schön zugleich. Wie viele leben noch im Hotel Mama und genießen den Luxus? Ich persönlich freue mich ja immer, auch wenn es nur ein paar Stunden sind, bei meiner Mutter zu sein.

Von 8 sind es immer noch 6, die sich im Hotel Mama so richtig wohl fühlen … und das ist auch gut so, denn ich muss gestehen, dass ich eine Glucke bin.

Dann können wir uns die Hand reichen. Ich habe nur einen und damit viel Gluckenpotenzial. Woher kommen deine Inspirationen? Viele sagen, sie nehmen jene aus dem Leben, aus Begegnungen oder Situationen. Gehörst du auch dazu?

Ja, genau so.
Ich habe schon vieles im Leben erleben müssen oder auch dürfen. Sechs Jungs, zwei Mädels liefern immer neuen Stoff, hinzu kommt, dass zwei meiner Kinder schwer behindert sind. Die schwere Herzerkrankung meines Sohnes habe ich zum Beispiel in den beiden „Johannes“ Büchern thematisiert.
Alles was ich schreibe hat ein Fünkchen wahren Hintergrund und ich würde mich auch nie anmaßen über Dinge zu schreiben, von denen ich absolut keine Ahnung habe.
Da ich viel New Adult/Drama schreibe kriege ich alles frei Haus geliefert.

Das hört sich sehr interessant an. Ich muss leider gestehen, dass ich es bisher nicht geschafft habe, eins deiner Bücher zu lesen, aber ich habe viel gutes darüber gehört und nehme es jetzt auch bald in Angriff. Wie wichtig ist es dir, das ein Funken Wahrheit in den Geschichten liegt? Gehört es deiner Meinung nach dazu, oder sollte alles nur aus Fiktion bestehen?

Ich freue mich, wenn du dich mal an meine Bücher wagst, aber sie laufen ja nicht weg.

Zum Glück.

Es darf für mich persönlich auch ruhig alles Fiktion sein, aber viele Leser sind da sehr kritisch. Wobei ich mich auch wohler fühle, wenn ich über Dinge schreibe, die ich kenne.

Ich denke, ich gehöre zu solchen Lesern, denn mir gefallen diese Geschichten mit ernstem Hintergrund und wahrem Thema besser. Ich finde, es regt zum Nachdenken an und manchmal kann man sich selbst mehr damit identifizieren.

Das stimmt und wenn ich, wie bei „Johannes“, über einen schwer herzkranken jungen Mann schreibe, da kann ich mich natürlich viel mehr in ihn rein versetzen, da ich da ja alle Höhen und Tiefen durch meinen Sohn miterlebe. In einer Geschichte (verrate nicht in welcher) geht es um einen Rollstuhlfahrer, auch da kann ich durch meinen Bruder, der seit seiner Geburt im Rollstuhl sitzt natürlich besser drüber schreiben, als jemand, der noch nie die Bekanntschaft mit einem Behinderten gemacht hat.

Da hast du recht. Ich mag es, wenn Autoren etwas aus ihrem Leben einbeziehen, auch wenn es nicht schön ist. Aber damit zeigen sie, dass sie eben auch nur Menschen sind und vom Schicksal genauso getroffen werden können.

Richtig, und für mich als Autorin ist es gut, dass ich so einiges verarbeiten kann, was mir im Leben schon so alles zugestoßen ist.
Selbstverständlich wird es romantauglich verpackt, es soll ja kein Zeitungsbericht werden.

Genau. Wie geht es bei dir weiter? Was erwartet die Leser von dir?

Ich hatte jetzt eine lange Pause, da ich selbst an Burnout und Depressionen erkrankt bin, aber seit ein paar Wochen kribbelt es wieder in den Fingern und ich fange wieder an meine Geschichten zu Papier zu bringen.
Als nächstes wird es Juli … Sommer im Winter
und
Elly … Frühling im Herbst geben.
Eine kleine Reihe, über echte Freundschaft zwischen zwei Mädels, die sich unterstützen, wenn die Kerle all zu gemein sind.

Das klingt toll. Ich hoffe stark, dass es dir jetzt wieder gut geht.

Es ist ein auf und ab, aber wenigstens gibt es auch mal wieder „Aufs“, eine ganze Weile habe ich mich nur in einem dunklen Tal aufgehalten, und zu allem Überfluss mir auch noch im November, bei einem Unfall, den Ellenbogen zertrümmert. Letztendlich war dieser Unfall aber nicht ganz so schlimm, wie es auf den ersten Blick natürlich scheint, denn dieser Unfall zwang mich endlich dazu eine Pause einzulegen.
Diese Pause hat mir vieles bewusst gemacht. Hat mir vor Augen geführt, dass ich zwei Jahre über meine Grenzen geackert habe, dass ich meinen Körper und seine Warnsignale missachtet habe.
Seit dieser Pause, weiß ich, dass ich nur auf Sparflamme laufen kann, aber ich kann wieder laufen, das ist die Hauptsache. Wie schnell, ist jetzt erstmal zweitrangig.

Gönn dir deine Pausen und ruh dich aus, wann immer du es brauchst. Wichtig ist, das es dir immer gut geht.

Das habe ich jetzt auch begriffen, es hat lange gedauert.

Ich danke dir für dieses offene und ehrliche Gespräch.

Ich danke dir, dass ich Rede und Antwort stehen durfte, es hat viel Spaß gemacht.

 

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